Projekte mit Kindern – so wird‘s ein voller Erfolg!

Los, wir machen ein Projekt!

Auf die Plätze, fertig … stop!

  • Wie macht man das denn, ein Projekt?
  • Warum sollte das überhaupt sinnvoll sein?
  • Und was gibt es zu beachten, wenn man Projekte mit Kindern durchführen will?

Wir haben alle Antworten für eure Projektplanung, von A wie ‚Aller Anfang ist ein Kinderspiel‘ bis Z wie ‚Zum Schluss sind alle glücklich‘.

Also nochmal:

Auf die Plätze, fertig … lesen!

Ein Projekt – was soll das überhaupt sein?

Von Projekten reden wir ja ständig: Im Kindergarten gibt es Projekttage, in der Schule Themen-Projekte und im Beruf sind wir auch umgeben von Projekten. Aber was soll das eigentlich heißen? Ist ‚Projekt‘ nur der angesagte Begriff für ‚Aufgabe‘ – alter Wein in neuen Schläuchen also?

Nein – ganz und gar nicht.

Ein Projekt unterscheidet sich ganz klar vom ‚normalen‘ Alltag. Und zwar durch diese Merkmale:

  • Ein Projekt hat ein bestimmtes Thema bzw. ein konkretes Ziel.
  • Ein Projekt läuft nur für eine bestimmte Zeit und wird dann wieder abgeschlossen.
  • Ein Projekt ist im Vergleich zum normalen Alltag ‚anders‘ und ‚einzigartig‘ – es ist eine besondere Aktion.
  • Es gibt eine eigene Projekt-Organisation – die Regeln, Abläufe, Aktivitäten werden also ganz speziell und nur für das Projekt festgelegt.
Merkmale eines Projektes

Konkret bedeutet das: Immer dann, wenn wir mit Kindern einer bestimmten Frage oder einem bestimmten Ziel für einen konkreten Zeitraum nachgehen, sprechen wir von einem Projekt. Das kann dann der Bau eines Baumhauses sein oder das Erforschen von Insekten, es kann das Erdbeerbeet im Garten sein oder das Fotobuch mit den schönsten Ausflugs-Bildern des Jahres.

Und warum sind Projekte sinnvoll?

Da stellt sich die Frage: Kann man nicht auch einfach so ein paar Bretter in den Apfelbaum nageln oder mal eine Ameise in die Becherlupe schubsen?

Doch – das kann man. Und bei vielen Themen ist es auch sinnvoll.

Aber gerade, wenn ein Thema etwas komplexer ist und intensiv und bewusst bearbeitet werden soll, bietet sich ein Projekt dafür an. Denn das hat diverse Vorteile:

  • Im Projektrahmen fokussieren sich Kinder und Erwachsene ganz bewusst auf ein Thema. Es steht ganz klar im Mittelpunkt und wird intensiv und umfassend behandelt. So bleibt am Ende viel mehr Erfahrung und Wissen hängen, als wenn ein Thema ‚nebenher‘ läuft.
  • In Projekten beschäftigen sich Kinder aktiv und ganzheitlich mit einem Thema. Sie recherchieren, planen, setzen um. Wissen wir so nicht nur theoretisch aufgenommen, sondern erarbeitet und verfestigt.
  • Im besten Fall können Kinder ein Thema in einem Projekt selbstbestimmt erarbeiten. Sie entwickeln Fragen und finden Antworten – in ihrem Tempo und auf ihre Art. So werden sie nicht nur Expert*innen für dieses Thema, sondern erleben Selbstwirksamkeit, lernen, sich zu organisieren, im Team zu arbeiten und vieles mehr.
  • Und natürlich: Ein Projekt ist etwas Besonderes. Es macht Spaß, es umzusetzen und bringt Ergebnisse, auf die alle stolz sind. Und so ein echtes Highlight ab und zu ist doch schließlich immer gut!

Los geht‘s: Projektplanung & Vorbereitung

Nun soll also ein Projekt her – aber wo fängt man da an? Und wie führt man ein gelungenes Projekt mit Kindern durch? Wir haben Ideen und Tipps für euch gesammelt, mit denen (fast) nichts mehr schief gehen kann!

Ein Thema finden

Das ganze Projekt beginnt und endet, steht und fällt natürlich mit dem Thema. Aber woher nimmt man ein gutes Projektthema? Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Vielleicht plant ihr sowieso einen Projekttag oder ein längeres Projekt – und macht euch dann auf die Suche nach einem passenden Thema.

Oder ihr stoßt plötzlich auf ein Thema, das alle brennend interessiert – und entscheidet euch, dazu ein Projekt zu machen.

Wichtig ist in beiden Fällen, schon bei der Themensuche gemeinsam, offen und konstruktiv vorzugehen:

  • Entwickelt das Thema immer mit den Kindern gemeinsam. Ob es nun aus einer Frage, einem Erlebnis oder einem gemeinsamen Brainstorming entsteht, ist dabei zweitrangig. Wichtig für die Kinder ist, dass es ihr Thema ist – und keines, dass ihnen von außen diktiert wird. Das bringt Motivation, Selbstwirksamkeit und schließlich auch bessere Ergebnisse
  • Wenn ein grobes Thema feststeht, könnt ihr es gemeinsam verfeinern. Macht zusammen ein Brainstorming, bastelt ein Plakat oder baut einen Thementisch auf und sammelt Ideen. Wollt ihr alle Insekten erforschen oder nur die Bienen? Interessiert ihr euch vor allem für die Tiere selbst oder vor allem dafür, wie der Honig entsteht? Könntet ihr mal einen Imker besuchen – oder einen Filmnachmittag mit Maja und Willi veranstalten? Alle Ideen sind erlaubt. Und alle Ideen werden geprüft, bis ein konkretes Thema übrig bleibt, auf das sich alle einigen können. Aber: Achtet darauf, dass das Thema die passende ‚Größe‘ für ein Projekt hat. Ein Filmnachmittag alleine ist noch kein Projekt – die komplette Imker-Ausbildung ist andererseits auch utopisch.
  • Findet zuerst heraus, was ihr schon wisst. Bevor das Projekt beginnt, müsst ihr unbedingt euren Wissensstand erheben. Die Kinder können etwa Bücher und Dinge mitbringen, die sie schon haben. Oder sie erzählen im Sitzkreis, was sie schon wissen. So findet ihr heraus, welche Fragen für das Projekt noch offen und wichtig sind. Denn nichts ist schlimmer als ein Projekt, dass die Kinder unter- oder überfordert.
Ein Projekt mit Kindern gemeinsam planen macht Spaß und steigert die Motivation
Bild von klimkin auf Pixabay
Das Projekt planen

Wenn das Thema feststeht, kann es an die Planung gehen. Auch hier gilt: Je aktiver die Kinder selbst werden, desto mehr ist es ihr Projekt – und desto größer die Motivation und der Spaß! Ein bisschen Unterstützung braucht es natürlich trotzdem, damit ein guter Plan entsteht.

  • Legt von Anfang an Zeit und Ressourcen fest. Wie lange wollt ihr euch Zeit nehmen für das Projekt? Wie viele Erwachsene unterstützen es? Gibt es Geld für Ausflüge, Anschaffungen o.ä. oder muss alles ohne Budget passieren? Nehmt euch genügend Zeit, diese Fragen zu klären – sonst sind Überforderung oder Enttäuschung vorprogrammiert.
  • Verpflichtet die Teilnehmer. Klar, das Projekt ist freiwillig und soll Spaß machen. Trotzdem funktioniert es nur, wenn alle mitmachen. Legt vorher fest, wer am Projekt teilnimmt und verteilt am besten gleich Aufgaben. Denn wer gebraucht wird und sich nützlich fühlt, bleibt auch am Ball.
  • Wenn das Projekt im Kindergarten, in der Schule oder in einer Gruppe stattfindet: Unbedingt die Eltern einbeziehen. Schreibt einen Elternbrief, macht einen Elternabend, bittet um Unterstützung. So kann das Thema zu Hause weiter aufgegriffen werden – und manchmal kommen tun sich ganz unerwartet noch tolle Möglichkeiten auf. Zum Beispiel dieser ganz unkomplizierte Kontakt zum Bruder des Nachbarn, der schon lange Imker ist …

Und weiter: Die Durchführung

Thema steht. Zeitraum ist klar. Teilnehmerliste hängt aus. Dann kann es ja los gehen.

Auch die Durchführung des Projektes mit Kindern sollte auf zwei Säulen stehen: Gemeinsam an einem Strang ziehen, innerhalb eines gut durchdachten, strukturierten Rahmens.

Konkret heißt das:

  • Behaltet den Projektplan im Blick! Schreibt einen Projektplan, in dem der zeitliche Ablauf und die inhaltlichen Schwerpunkte festgehalten sind. Und der hängt am besten gut sichtbar an einer Wand. So verzettelt ihr euch nicht in Details oder macht euch unnötig Stress. Und ihr könnt ab und zu ein erreichtes Zwischenziel abhaken, juhu!
  • Qualität vor Quantität! Ein Besuch beim Imker, eine Wanderung durch den Wald, ein Tag auf dem Bauernhof, ein Vormittag im Bioladen, ein Insektenhotel für den Garten, ein Kerzen-Workshop … es gibt tausend tolle Ideen und Möglichkeiten. Entscheidet euch trotzdem. Macht nur einen Ausflug, ladet nur eine*n Expert*in ein, erarbeitet nur ein Plakat. So könnt ihr euch besser darauf konzentrieren und ertrinkt nicht in der Fülle der Angebote. Und: Nehmt euch Zeit, Ausflüge und Aktionen immer gut vor- und nachzubereiten. Schließlich wollt ihr sie nicht nur ‚abhaken‘, sondern auch etwas davon haben!
  • Oder doch ein Umweg … ? Schreibt einen guten Plan – und lasst Lücken darin! Kinder haben ihr eigenes Tempo und ihre eigene Art, Themen zu erarbeiten. Und manchmal entstehen unterwegs und spontan die besten Ideen. Der Imker hat zufällig nächste Woche nochmal Zeit und kann euch zeigen, wie er den Honig schleudert? Super Sache, wenn man da flexibel zusagen kann!
  • Überhaupt: Die Kinder haben das Sagen! Damit Spaß, Motivation und gute Laune sich nicht verabschieden: Bleibt euch immer bewusst, dass das Wichtigste im Projekt die Kinder sind. Seid offen für ihre Ideen, gebt ihren Fragen Raum, lasst sie auch mal machen, ausprobieren, experimentieren. Nur so können sie das Projekt wirklich zu ihrem Projekt machen – und am Ende stolz auf die Ergebnisse sein.
Gemeinsame Aktionen machen Spaß und schlau. Sie sollten aber gut geplant und vorbereitet sein.
Foto von Lukas von Pexels

Finale: Der Projektabschluss

„Danke für‘s mitmachen, räumt bitte noch den Thementisch auf“ ist als Abschluss für ein Projekt vielleicht nicht die beste Idee. Denn wer sich lange und intensiv mit einem Thema beschäftigt hat, viel gelernt und viel erlebt hat, der verdient zum Schluss auch ein ‚Grande Finale‘!

  • Macht eine angemessene Präsentation! Ihr habt tolle Plakate gebastelt, ein Insektenhotel gebaut oder tausend Fotos bei eurem Ausflug geschossen? Dann verwandelt doch am besten gleich einen Raum in ein Museum! Stellt und hängt die Ergebnisse auf, so dass sie noch einmal ausgiebig bestaunt und gewürdigt werden können. Vielleicht könnt ihr sogar eine Vernissage veranstalten und alle Eltern einladen, um die Projektergebnisse zu bestaunen! Die kleinen Projekt-Profis werden platzen vor Stolz!
  • Würdigt die Leistung! Plötzlich tummeln sich hier lauter Bienen-Expert*innen? Das solltet ihr unbedingt wertschätzen! Verteilt an alle Projekt-Kinder Urkunden, Buttons oder Medaillen, macht ein Abschlussfest, bei dem sie ihren Erfolg feiern dürfen. So erleben die Kinder, dass ihre Leistung gesehen wird und sind gleich doppelt Motiviert für neue Ziele.
  • Nicht vergessen: Die Projekt-Reflexion. Es ist ja der Klassiker: Wenn alles geschafft ist, ist auch irgendwie die Luft raus. Trotzdem: Plan von Anfang an noch Zeit für eine Reflexion ein! Lasst die Kinder erzählen, was gut lief und was weniger gut. Gebt ihnen Raum für Feedback, Fragen und weitere Ideen oder Bedürfnisse. Vielleicht entstehen ja sogar schon neue Ideen für das nächste Projekt?

Nicht vergessen: Tipps und Tricks

Man kann ein Projekt mit Kindern weltmeisterlich planen und die tollsten Aktionen machen – irgendwas kommt immer anders, als man dachte. Deshalb ist es wichtig, auch die kleinen Stolpersteine mit zu bedenken und darauf vorbereitet zu sein. Denn nichts ist ärgerlicher, als den ganzen, spannende Nachmittag beim Imker abzubrechen, weil ein Ellenbogen aufgeschürft ist und niemand ein Pflaster hat …

Damit euch das nicht passiert, solltet ihr ein paar Dinge von vornherein auf dem Schirm haben:

  • Plant Pausen ein! Klar wollt ihr die Projekt-Zeit nutzen und das Insektenhotel soll vor dem Wochenende fertig werden. Wenn aber alle Kinder schlapp sind und durchhängen, macht es trotzdem niemandem Spaß. Plant deshalb von vornherein viele Pausen ein – dann schrumpft die Zeit ein wenig, aber die Motivation steigt dafür doppelt.
  • Plant Bewegung ein! Auch, wenn die Kinder mit Feuereifer Insekten auf ihre Plakate kleben – irgendwann rutschen die Popos über die Stühle und die Füße beginnen zu zappeln und es wird immer spannender, sich gegenseitig zu ärgern. Klarer Fall: Da muss Energie raus. Plant deshalb vorher schon Bewegungspausen ein. Geht raus und zettelt ein Fussballmatch an oder macht ein Bewegungsspiel im Raum. Und dann geht‘s wieder mit voller Konzentration weiter.
  • Habt alternative Ideen dabei! An einem Tisch wird noch wild geschnitten und gebastelt – am anderen steigt schon die Lautstärke und Albernheit, weil alle fertig sind. Was nun? Für solche Fälle ist es gut, immer eine Alternativ-Beschäftigung dabei zu haben. Ein kleines Spiel, Ausmalbilder oder Rätsel oder auch eine Sonderaufgabe für die Schnellsten können Lebensretter in solchen Fällen sein. Hier eignen sich zum Beispiel auch Lernhefte übrigens super, in denen Kinder zwischendurch selbständig arbeiten können. Etwa unser Lernheft VerstehMal – das Insektensterben! 🙂
  • Macht das Projekt nicht alleine! Gerade bei Ausflügen oder aufwendigen Aktionen sollten immer mindestens zwei Erwachsene dabei sein. Wenn dann eine Nase blutet, jemand dringend auf‘s Klo muss oder an allen Tischen gleichzeitig Probleme auftauchen, ist das kein Grund für spontane, akute Schweißausbrüche.
  • Bringt Futter mit! Der Ausflug dauert nur eineinhalb Stunden und danach gibt‘s Mittagessen? Ganz egal – irgend jemand hat immer Hunger oder Durst. Bringt zu jeder Aktion was zum knabbern und zusätzliche Getränke mit. Denn auch in einer halben Stunde können Hunger oder Durst manchmal ungeahnte Ausmaße annehmen …
  • Motivation, Motivation, Motivation. Das große Ziel vor Augen schützt nicht vor dem kleinen Durchhänger zwischendrin. Und manchmal sind selbst kleine Motivationshelfer dann schon Gold wert. Ihr könnt zum Beispiel ein Päckchen Traubenzucken parat haben, um die kleinen Tiefs zu lindern. Oder ihr belohnt Teilerfolge mit Stickern oder Stempeln auf einem „Projekt-Blatt“.
  • Erste-Hilfe-Pack und Co. Last but not least: Vergesst die Notfall-Ausrüstung nicht. Das Erste-Hilfe-Pack sollte immer greifbar sein. Auch die Einverständniserklärungen der Eltern und deren Kontaktdaten nehmt ihr am besten gar nicht aus der Tasche. Und im besten Fall werden sie nie gebraucht.

Eine kompakte Checkliste mit allen Tipps und Ideen haben wir hier für euch zum Download vorbereitet:

Checkliste für Projekte mit Kindern von der Vorbereitung bis zum Abschluss.

Und wenn ihr jetzt im Projekt-Fieber seid und noch viel mehr darüber lesen wollt, wie man Projekte gut umsetzen kann, findet ihr bei kindergartenpaedagogik.de, bei pro-kita.de oder im backwinkel noch viele weitere Infos und Ideen!

Habt ihr schon einmal ein Projekt mit Kindern durchgeführt? Habt ihr noch weitere Ideen oder Geheimtipps? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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