Impfen – wieso, weshalb, warum?

Ein Pieks.

Ein Pflaster.

Und geschützt!

Impfungen gibt es seit mehr als 200 Jahren und viele Impfungen sind mittlerweile Standard. In letzter Zeit hat das Thema ‚Impfen‘ aber ganz neue Berühmtheit bekommen. Denn plötzlich gibt es hitzige Diskussionen und jede Menge Wirbel. Warum? Na, um die Fragen, ob und wann und welche Corona-Impfungen sinnvoll sind.

Wir kucken mal genau hin: Was sind Impfungen eigentlich, was passiert da genau? Und was steckt eigentlich hinter all dem Trubel rund um die Corona-Impfung?

Wer hat’s erfunden?

Impfungen gibt es schon ziemlich lange.  Ganz genau seit 1796. Damals wüteten nämlich die Pocken in Europa und Asien, viele Kinder wurden krank oder starben daran. In Asien begann die Menschen damals, das Sekret aus Pocken-Pusteln zu entnehmen und gesunde Kinder damit zu infizieren. Mit dem Ergebnis, dass diese nur sehr leicht erkrankten, im Anschluss aber gegen Pocken geschützt waren.

Das brachte den englischen Landarzt Edward Jenner auf die zündende Idee. Er begann, Kinder mit dem Pustelsekret von Kuhpocken zu impfen. So schaffte er es, sie gegen weitere Pocken-Erkrankungen immun zu machen.

Von den Kühen haben Impfungen deshalb auch ihren Namen bekommen. In ‚Vakzination‘, also dem Fachbegriff für ‚Impfung‘, steckt ‚vacca‘, die Kuh!

Am Anfang war das Impfen noch ganz schön aufwendig. Impfstoff konnte immer nur aus den Pusteln kranker Menschen genommen werden. Die Menschen mussten sich also der Reihe nach aneinander impfen. Trotzdem waren die ersten Impfungen ein gigantischer Erfolg. Obwohl es auch damals schon zahlreiche Skeptiker*innen gab, die der neuen Methode kritisch gegenüber standen. Ab 1807 gab es in Bayern und Hessen eine Impfpflicht, ab 1874 in ganz Deutschland. Und die Zahlen der Pocken-Opfer sanken drastisch. 1979 konnte die Welt sogar für ‚pockenfrei‘ erklärt werden.

Und wie läuft das heute?

Bild von Myriams-Fotos auf Pixabay

Seit 1796 hat sich einiges getan. Forscher wie Louis Pasteur oder Robert Koch – die Namen kennen wir bis heute – forschten und testeten und tüftelten. Sie arbeiteten jahrelang in ihren Laboren an besseren Methoden zum Krankheitsschutz. Und mit der Zeit konnten Menschen tatsächlich aufhören, sich gegenseitig Pustelsekret abzuzapfen. Viren wurden genauer untersucht und im Labor auseinandergenommen. Es wurden Ideen entwickelt, wie Impfstoffe zwar den Schutz bieten, aber nicht die Krankheit verbreiten konnten. Und das war sehr erfolgreich.

Heute haben wir für viele Krankheiten Impfstoffe. Die meisten Babys werde gleich in den ersten Lebensjahren mit einem Rundum-Schutz versorgt, der sie vor vielen schlimmen Krankheiten schützt. Masern, Mumps, Röteln und viele andere Krankheiten haben den Menschen früher Angst und Schrecken eingejagt. Heute sind sie quasi kein Thema mehr für uns.

Die Forscher*innen haben über die Jahre sehr gute und sichere Möglichkeiten gefunden, unser Immunsystem so zu unterstützen, dass wir über manche Viren nur noch lachen können. Dazu gibt es zwei Wege:

  • Die aktive Impfung, bei der das Virus selbst in den Körper gespritzt wird. Dazu werden tote oder sehr schwache Viren verwendet. Der Körper kann diese Viren dann erkennen und Abwehrkräfte dagegen aufbauen.
  • Die passive Impfung, bei der die Forscher*innen schon vorher Antikörper herstellen. Wir bekommen dann Antikörper verabreicht, die sich in unserem Körper vermehren können.

Viele Impfungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland für Babys. Manche Impfungen bekommen wir erst später oder nur in bestimmten Situationen. Zum Beispiel, wenn wir in Risikogebiete fahren wollen.

All diese Impfungen gehören längst zu unserem Leben dazu und haben viele, schlimme Krankheiten fast vollständig vertrieben. Manche Menschen können oder wollen sich zwar nicht impfen lassen. Aber weil insgesamt so viele geimpft sind, genießt der kleine Rest durch diese den Schutz, die sogenannte ‚Herdenimmunität‘.

Und was hat es mit dieser Corona-Impfung auf sich?

Neuerdings treibt aber dieses ganz neue Virus sein Unwesen auf der ganzen Erde. Corona hat es geschafft, dass die Welt seit Ende 2019 die Luft anhält. Wir haben Lockdowns, Quarantäne-Pflichten, Masken und Abstandsregeln. Und überall auf der Welt haben die Köpfe der Forscher*innen geraucht, um so schnell wie möglich einen Impfstoff zu entwickeln.

Herausgekommen sind nicht nur die schnellsten Impfstoffe, die je entwickelt wurden, sondern auch noch komplett neue Ideen. Neuerdings gibt es nämlich mRNA- und Vektor-Impfungen. Nie gehört? Klar, gibt’s ja auch noch nicht lange!

Wie die genau funktionieren, was mRNA und Vektor eigentlich bedeutet und was man dazu sonst noch wissen muss, erklärt die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim hier:  https://www.youtube.com/watch?v=a_NpJU12_LA

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Und wie ist das überhaupt mit Viren, Krankheiten und Co.?

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