Bundestagswahl 2021? Da sind wir dabei!

Deutschland wählt. Im September 2021 ist Bundestagswahl und in Deutschland wird die Bundeskanzlerin (oder der Bundeskanzler) und eine Menge anderer Politiker*innen neu gewählt. Aber warum wählen wir überhaupt? Wieso ist das so wichtig? Und wie funktioniert das eigentlich genau? Wir erklären’s euch!

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Warum hängen überall Fotos an der Straße?

Gibt’s im Wahllokal auch was zu Essen?

Und kann ein Mann eigentlich auch Bundeskanzlerin sein?

Es ist Wahljahr in Deutschland. Das wirft nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern jede Menge Fragen auf. Was tun wir da genau? Und warum? Und muss man da unbedingt mitmachen?

Klar ist: Am 26. September 2021 werden in Deutschland vermutlich so viele Kreuzchen gemalt wie seit vier Jahren nicht. Dann warten, zählen und rechnen wir ein paar Stunden und zum Schluss bekommen wir – tadaa – ein paar nigelnagelneue Politiker*innen für unseren Bundestag.  

Alles ganz einfach, oder?

Eigentlich schon.

Wahlen sind unser wichtigstes Grundrecht in einer Demokratie. Und sie sind zwar kompliziert zu organisieren und durchzuführen – aber eigentlich ganz einfach zu verstehen. Für die Großen und die Kleinen.

Warum wählen wir überhaupt?

Deutschland ist eine Demokratie. Das heißt, in Deutschland ist das Volk der Chef. Jede Bürgerin und jeder Bürger darf also selbst mitbestimmen, wie wir in Deutschland zusammenleben wollen.

Aber natürlich wäre es ziemlich kompliziert, jede kleine Entscheidung mit allen Menschen im Land zu diskutieren. Bis 80 Millionen Menschen fertig besprochen haben, ob man im Sommer auf dem Balkon grillen darf, ich doch längst wieder Winter! Außerdem haben die meisten Menschen weder Zeit noch Lust, sich in jedes Thema einzuarbeiten, das für das Land wichtig ist. Denn das sind eine Menge Themen.

Deshalb geben wir die Aufgabe ab. Wir wählen „Vertreter*innen“, die für uns Entscheidungen treffen. Das sind die Politiker*innen, die im Bundestag arbeiten. Sie beschäftigen sich mit allen Themen, die für unser Land wichtig sind. Sie entscheiden, wofür Deutschland Geld ausgibt. Und sie müssen bestimmen, was erlaubt und verboten sein soll. Außerdem besprechen sie mit den anderen Ländern, was auf der ganzen Welt so los ist.

Natürlich dürfen unsere Politiker*innen aber nicht einfach machen, was sie wollen. Sie müssen machen, was WIR wollen. Und deshalb wählen wir sie alle vier Jahre neu.

So können Politiker*innen, mit denen wir zufrieden sind, sehr lange für das Land arbeiten. Und wenn wir nicht zufrieden sind, schmeißen wir sie nach vier Jahren per Kreuzchen einfach wieder raus.

Wie funktioniert eine Wahl?

Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Bei der Wahl geben wir also sozusagen einen Auftrag: Einen „Regierungsauftrag“. Wir suchen uns eine Person oder Partei aus, die wir gut finden und der wir vertrauen. Und wir beauftragen sie, für uns das Land zu ‚regieren‘.

Dabei dürfen alle Menschen, die deutsche Staatsbürger*innen sind und mindestens 18 Jahre alt sind, mitreden – oder mit-kreuzeln. Das heißt, die Wahl ist allgemein. Niemand darf davon ausgeschlossen sein.

Außerdem gibt es noch mehr Regeln, die sicherstellen sollen, dass unsere Wahlen wirklich fair sind:

Wahlen in Deutschland müssen unmittelbar sein. Das bedeutet, die Menschen dürfen direkt entscheiden, wen sie wählen sollen. Jede*r Bürger*in darf ein Kreuzchen machen und das wird am Schluss gezählt. Es gibt keine Zwischenstufen wie zum Beispiel in Amerika, wo die Menschen mit ihren Kreuzchen erst Wahlmänner bestimmen, die dann die Politiker*innen wählen.

Außerdem müssen Wahlen bei uns immer frei sein. Jede Person darf in Deutschland ganz alleine für sich entscheiden, wen sie wählen will. Da darf niemand reinquatschen.

Damit niemand reinquatschen kann, werden Wahlen außerdem geheim abgehalten. Im Wahllokal gehen wir in kleine Kabinen, in die niemand schauen kann. So sieht keiner, wo man sein Kreuzchen setzt.

Und schließlich muss eine Wahl gleich sein. Das heißt, jede Stimme zählt genau gleich viel. Egal, ob sie von einem Mann oder einer Frau kommt, von einer armen oder reichen Person, aus einer Stadt oder aus einem Dorf.

All diese Regeln sind dafür da, dass die Wahlen am Ende fair sind: Jede Person in Deutschland muss die gleiche Chance haben, mitzubestimmen.

Am Ende sind trotzdem nie alle zufrieden. Klar, denn es gewinnt die Partei mit den meisten Stimmen. Das heißt dann eben nicht, dass alle Menschen diese Partei wollten – sondern eben die meisten. Aber auch das ist Demokratie: Aushalten, wenn die meisten was anderes wollen.

Wie das mit dem Wählen genau funktioniert, erklärt logo! TV hier auch nochmal im Video: https://youtu.be/fNzIWk_2WnY

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Und wer soll jetzt Bundeskanzler*in sein?

So weit also eigentlich ganz logisch.

Aber wen wählen wir jetzt? An jeder Straßenecke hängt ja jemand, der oder die Bundeskanzler*in werden will…

Oft ist es gar nicht so einfach, zu entscheiden, wen man wählen möchte. Es gibt so viele Themen zu beachten und es stehen so viele Parteien und Kandidat*innen zur Auswahl!

Sicher ist: Die perfekte Partei wird es nicht geben. Trotzdem lohnt es sich, die Wahlprogramme der Parteien zu lesen, Interviews mit den Politiker*innen anzuschauen und sich eine Meinung zu bilden. Dabei hilft zum Beispiel der Wahl-o-Mat: Im Wahl-o-Mat kann man zu ganz vielen Themen eingeben, was man gut findet und was nicht – und erfährt am Ende, welche Partei ähnlicher Meinung ist.

Und wenn die eigene Partei nicht gewinnt? Dann ist das auch kein Beinbruch. Denn in Deutschland trifft der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin nicht alleine die Entscheidungen. Sondern jede Partei darf Personen ins Parlament schicken. Je nachdem, wie viele Stimmen eine Partei hat, sind das mehr oder weniger Personen. Und die dürfen dann mitreden, mitdiskutieren und mitbestimmen… für ihre Wähler*innen.

Am besten also gleich vormerken: Am 26. September 2021 muss ein Kreuzchen gesetzt werden. Wo das Kreuzchen landet, darf jede*r frei, geheim und ganz allein entscheiden. Wichtig ist nur, DASS alle wählen gehen. Denn nur wer wählt, kann mitbestimmen, wie Deutschland in den nächsten vier Jahren regiert wird.

Übrigens: Warum politische Bildung für Kinder so wichtig ist und wie sie funktioniert, haben wir hier schonmal erklärt.

Hier gibt’s außerdem Infos zu unserem LernMal-Heft für Kinder rund um Politik.

Und hier haben wir ein paar gute Ideen zusammengestellt, wie politische Bildung mit Kindern auchdigital funktioniert!

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