Demokratie? Ist Kindersache!

Freiheit. Vielfalt. Toleranz. Mitgestaltung.

Lauter abstrakte Konzepte und für Kinder viel zu kompliziert? Von wegen! Demokratie ist sogar richtig spannend für Kinder. Wenn sie richtig vermittelt wird.

Kinder schreiben vielleicht keine demokratietheoretischen Abhandlungen und zitieren weder Perikles noch Rousseau. Und doch wollen sie ganz genau wissen, wie diese Gesellschaft funktioniert, in der sie da leben. Was ist erlaubt, was ist verboten? Welche Regeln gibt es für das Zusammenleben? Welche Rechte und Pflichten haben Kinder? Und – wer bestimmt das alles und warum darf der oder die das eigentlich?

Wer schon einmal mit Kindern kurz vor einer Wahl spazieren gegangen ist, weiß ganz genau, dass Wahlplakate ein Sammelsurium an Fragen hervorrufen. Warum hängen die Leute da? Was wollen die? Wie funktioniert so eine Wahl? Und vor allem: Was bedeutet das für uns persönlich?

Denn Demokratie, sei sie auf lokal- oder bundespolitischer Ebene, ist kein abstraktes Konzept. Sie betrifft unser Leben ganz praktisch und jeden Tag. Das merken Kinder – und das wollen und müssen sie verstehen.

Demokratie ist immer und überall – und prägt den Kinderalltag

Politik ist kein abstraktes Thema - sondern wirkt sich ganz konkret auf das Alltagsleben von Kindern aus.
© ulleo auf pixabay

Das geht los mit Meinungsfreiheit und demokratischer Entscheidungsfindung in der Familie – und es geht weiter mit Fairness und Toleranz im Kindergarten. Ein Klassensprecher wird frei und geheim gewählt – und auch ein Lehrer darf und muss hinterfragt werden. Kinder dürfen von Erwachsenen weder geschlagen noch zum Arbeiten gezwungen werden – und andererseits müssen sie auch selbst schon lernen, ihre Konflikte fair und gewaltfrei zu lösen.

So prägt ein demokratisches Verständnis von Zusammenleben das Aufwachsen der Kinder vom ersten Tag an. Das merken und verstehen Kinder sehr schnell. Doch die Idee dahinter, die Überzeugungen – und auch die Abgrenzung von anderen Systemen, das müssen sie erst kennenlernen. Darin sind sich Politik und Pädagogik einig. Die Kultusministerkonferenz fodert das etwa immer wieder mit Nachdruck: „Kinder und Jugendliche sollen die Vorzüge, Leistungen und Chancen der rechtsstaatlich verfassten Demokratie erfahren und erkennen, dass demokratische Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz niemals zur Disposition stehen dürfen.“ (Quelle)

Doch das passiert nicht von alleine. Dazu braucht es Erwachsene, die erklären und Räume, in denen Kinder sich ausprobieren können. Und es braucht Materialien, die ihnen Demokratie praktisch, anschaulich und auf Augenhöhe nahebringen.

Aus aufgeklärten Kindern werden mündige Erwachsene

Denn Demokratieerziehung endet nicht beim Familienrat oder beim Klassensprecher. Was die Kinder dort üben, hat Auswirkungen auf das ganze Leben. Wer als Kind gelernt hat, was Toleranz, Inklusion und Zusammenleben bedeutet, kann das auch später im Leben umsetzen. Nur wer in vergleichsweise kleinen Konflikten geübt hat, Lösungen zu finden, kann dies auch bei großen Themen anwenden. Und schon die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft haben das Recht, ihre Meinung klar und deutlich zu sagen, mitzumischen, Dinge anzustoßen und zu verändern. Kinder, die mit diesem Wissen und Bewusstsein aufwachsen, werden auch als ‚Große‘ eintreten für eigene Rechte und die der anderen, werden Themen einbringen und für die eigenen Überzeugungen kämpfen. Als aufgeklärte, mündige und selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger.

Dazu braucht es Eltern, Erziehende, Lehrerkräfte, engagierte Pädagoginnen und Pädagogen sowie Politikerinnen und Politiker, die sich für Kinder einsetzen, mit ihnen sprechen, diskutieren und ihnen vor allem Gehör schenken. Es braucht Räume und Plattformen, in denen Kinder geschützt sind, sich ausprobieren, lernen und auch Fehler machen dürfen. Und natürlich braucht es Materialien, die Kindern helfen, die Welt zu verstehen. Materialien, die komplexe Themen anschaulich und auf Augenhöhe vermitteln, die Fragen und Bedürfnisse der Kinder ernst nehmen und ihnen Ideen und Anregungen für sich und ihr Leben bieten. Das Haus der kleinen Forscher hat viele gute Materialien und Ideen zur Demokratiebildung auf seiner Seite gesammelt: Von Broschüren bis zur Infothek gibt es dort viele gute Ideen zur Demokrathieerziehung in Kita oder Grundschule.

VerstehMal – Das Rathaus nimmt Kinder an die Hand und entdeckt mit ihnen gemeinsam Demokratie von A bis Z

Zwei Hefte der VerstehMal Reihe

Und genau dafür gibt es auch „VerstehMal: Das Rathaus“. Das LernMal-Heft erklärt Demokratie für Kinder – interessant, spannend und so, dass sie es verstehen. Das ‚große‘ Heft spricht dabei junge Leserinnen und Leser im Grundschulalter an, für die Vorschulkinder gibt es ein zusätzliches, eigenes Heft, das genau auf die Bedürfnisse der 5- bis 6-Jährigen angepasst ist. Von A wie Abgeordneter bis W wie Wahl werden hier alle Themen aufgegriffen, die für Kinder relevant und wichtig sind, kurzweilig und kindgerecht erklärt. In eine alltagsnahe Geschichte verpackt lernen Kinder, wie ein Bürgermeister arbeitet, was im Rathaus alles passiert, wer die Demokratie erfunden hat und was Kinderrechte sind. Und vor allem erfahren sie, was das alles für sie bedeutet und wie sie sich selbst einbringen können. In Mal-, Spiel- und praktischen Aufgaben können sie das neue Wissen vertiefen und umsetzen. Das Heft können Kinder alleine nutzen, etwa wenn sie es im Rathaus geschenkt bekommen und zu Hause darin schmökern. Es lässt sich aber auch gemeinsam mit den Eltern oder im HSU-Unterricht oder einem Demokratie-Projekt in der Schule bearbeiten.

Und für alle, die nach dem Heft immer noch weiter denken, rätseln und lernen wollen, gibt es sogar noch zusätzliche Arbeitsblätter zum kostenlosen Download. Diese können wahlweise alleine oder auch mit einer Schulklasse bearbeitet werden.

Aber Achtung: Machen Sie sich lieber schon mal bereit für jede Menge demokratietheoretische Diskussionen im Anschluss!

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