Rettet die Insekten!

Wie Kinder das Thema Insektensterben spielerisch und praktisch begreifen

Die Bienen brauchen wir, weil sie Honig machen und damit am Apfelbaum was wächst. Schmetterlinge haben die tollsten Farben. Und Wespen? Ärgern uns nur.

So oder ähnlich beginnt meist die Bekanntschaft zwischen Kindern und Insekten. Die kleinen Tierchen, die auf dem Balkon, im Park oder im Wald herumsummen, -flattern und -krabbeln sind irgendwie süß, faszinierend und manchmal auch störend.

Doch natürlich sind Insekten mehr als lustige Nebendarsteller beim Waldspaziergang. Sie sind zentrale Akteure unseres Ökosystems, sie stellen eine riesige Gruppe von Tieren dar – und sie sind gefährdet. Doch wie vermittelt man das einem Kind, das gerade nur versucht unbehelligt sein Eis zu schlecken?

Umweltbildung ist doch ein Kinderspiel!

Kinder lernen affektiv, kognitiv und emotional – also mit Herz, Kopf und Hand. Nur ein Thema, das alle drei Bereiche anspricht, ist für Kinder ein wirklich faszinierendes, interessantes Thema. Das wusste der Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi schon vor über 200 Jahren und es hat sich bis heute nicht geändert, wie man etwa im Kita-Handbuch nachlesen kann.

Die Natur hat da eigentlich gleich gewonnen: Sie weckt jede Menge Emotionen, von Staunen und Faszination über Spaß und Abenteuerlust bis hin zu Ehrfurcht und Erschrecken. Sie hat unendlich viele spannende Fakten, Zusammenhänge und Informationen zu bieten. Und sie lädt dazu ein, praktisch zu werden, lässt sich anfassen, erkunden, erleben …

Alles, was es braucht, um die ‚natürliche‘ Begeisterung und das Interesse von Kindern aufzufangen und daran anzuknüpfen, sind Personen, die sie auf ihren ‚Lernwegen‘ begleiten und Materialien, die ihnen die Zusammenhänge und Informationen gut aufbereitet, attraktiv gestaltet und auf Augenhöhe vermitteln. Dann kann Umweltbildung für Kinder gelingen – und dazu führen, dass Kinder nachhaltig informiert, kompetent und verantwortungsvoll leben und mit der Welt umgehen!

Insekten? Viel mehr als ein ‚Hintergrundsummen‘

Kinder erfassen Inhalte mit allen Sinnen - auch beim Insektensterben lernen sie am besten, wenn sie selbst aktiv werden können.
GLady auf Pixabay

Das gilt auch und vor allem für Insekten. An das Staunen über die bunten Flügel des Pfauenauges oder die Begeisterung, wenn der Marienkäfer direkt vom Zeigefinger aus abhebt, lässt sich leicht anknüpfen. Und Kinder tauchen mit Euphorie ab in die faszinierende Welt dieser kleinen Multitalente.

Haben Sie schon einmal mit Kindern ein Wespennest entdeckt? Dabei zugeschaut, wie der Imker die Waben aus dem Bienenstock zieht? Oder haben Sie schon einmal Kinder die Hände auf ein Ameisennest legen lassen, um die wild krabbelnden Tiere dann kichernd von den Armen zu schütteln?

Insekten bieten für Kinder das reinste Animationsprogramm – und produzieren einen ganzen Katalog an Fragen.

  • Wieso bleibt der Blütenstaub an den Beinen der Biene hängen?
  • Warum sind Ameisen so stark?
  • Schmecken dem Marienkäfer wirklich Läuse? Igitt!
  • Wie wird aus dieser unscheinbaren Raupe ein Schmetterling?
  • Und können Bienen mit ihren vielen Augen in alle Richtungen gleichzeitig schauen?

Oft ist es gar nicht so einfach, gute Antworten zu finden, um diese komplexen Wesen und ihre Lebenswelt anschaulich und verständlich zu erklären. Gute Materialien wie Texte, Filme und praktische Ideen zum Ausprobieren und Lernen sind da manchmal Gold wert. Eine sehr gute Themenseite hat etwa die GEOlino für kleine Insektenforscher zusammengestellt: www.geo.de/geolino/14349-thma-insekten.

Friede, Freude, Eierkuchen? Von wegen!

Doch für eine gelungene Umweltbildung reicht es nicht, die hübschen und leicht verdaulichen Informationen zu vermitteln. Gerade beim Thema Insekten kommt man nicht umhin, auch über das weniger angenehme Thema Insektensterben zu sprechen. Denn die Tatsache ist nicht zu bestreiten, dass die Insekten weniger werden – die möglichen Folgen führen statt zu großen, staunenden Kinderaugen schnell zu erschrockenen Gesichtern. Aber keine Angst – Kinder können auch mit unangenehmen Dingen umgehen. So lange sie sensibel und auf Augenhöhe erklärt werden und man auch bereit ist, gemeinsam weiter zu denken und Lösungen zu finden. Denn Kinder sind nicht nur Forscher und Entdecker, sie sind auch unermüdliche Lösungssucher.

Die Insekten werden weniger? Aber noch sind welche da – und denen können wir helfen!

Und schon werden kleine Umweltschützer zu emsigen Streitern für die Rechte der Insekten. Da werden ganz schnell mal alle giftigen Spritzmittel aus der Garage verbannt oder das Obst und Gemüse ohne Bio-Siegel verschmäht. Vielleicht erblüht auch bald ein Meer aus Wildblumen auf dem Balkon oder ein Insektenhotel baumelt am Baum vor der Haustür…

Wer Kindern ermöglicht, problematische Themen lösungsorientiert und praktisch anzugehen, gewinnt gleich doppelt. Er hilft Kindern, Neues zu lernen und die Welt besser zu verstehen und ermöglicht gleichzeitig, dass diese Welt im Kleinen ein großes Stück besser wird.

Lernhefte bieten Kindern verständliche, interessante und alltagsnahe Informationen und Ideen

Titelbild vom Lernheft VerstehMal: InsektensterbenDabei müssen Eltern, Pädagogen und andere Ansprechpersonen nicht bei jedem Thema das Rad neu erfinden. Online wie offline gibt es gut gemachte und für Kinder schön aufbereitete Informationen, Anregungen und Ideen. Wie zum Beispiel das VerstehMal-Heft zum Thema Insektensterben: Darin können sich die jungen Leserinnen und Leser mit Leo, Tarek und Alessia auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Insekten machen. Angefangen bei der Wespe im Eisbecher und bis hin zu den verschiedenen Elementen des Ökosystems wird das Thema von allen Seiten und in allen Facetten behandelt – aber immer mit Blick auf die Fragen und Bedürfnisse der Kinder und anknüpfend an deren Lebenswelt. Kreative und praktische Spiel-, Mal- und Projektideen helfen den Kindern, das Thema auch in ihren Alltag zu übertragen und umzusetzen. Allein, mit Freunden oder mit den Eltern zusammen.

So sind Insekten nicht nur faszinierende, kleine Tiere, die man hin und wieder entdeckt und bestaunt – sondern es tun sich ganze Wissenswelten auf, die nicht nur eine spannende Lern- und Entdeckungsreise für alle ermöglichen, sondern vielleicht sogar den Blick auf die und den Umgang mit der Welt nachhaltig verändern können.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.